Longest Day in ETNN

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Am 20.6.2020 war es soweit, der längste Tag des Jahres stand an. Da bietet es sich doch an, diese ganzen Stunden auch mit Fliegen zu verbringen. Um 3:00 Uhr morgens war Treffen am Clubheim, wo direkt ein paar überlebenswichtige Tassen Kaffee zubereitet wurden. Nach einem kurzen Briefing ging es los, und wir holten unsere ASK-13 aus der Halle und bauten Winde und Start auf. Das checken der ASK-13 ging mit Stirnlampen sehr gut und es begann bereits zu dämmern . Die einzigen Flieger, die auch schon aktiv waren, waren die zahlreichen Singvögel, welche uns in der Stille des Morgens ein gratis Konzert gaben. Im Verlauf der Dämmerung wurde auch das Wetterphänomen der „leuchtenden Nachtwolken“ sichtbar, welche ich auf einem Foto mit der ASK-13 zusammen festhalten konnte.

Dann konnte es losgehen. Es war hell genug, und um 4:34 startete die ASK-13. Es war faszinierend. Die Luft war völlig still, es war einfach wunderschön. Es fuhren schon vereinzelt Autos auf den Straßen, ein leichter Nebel hing über manchen Feldern und in der Ferne konnte man die gigantischen beleuchteten Bagger des Tagebau Hambach erkennen. Zu diesem Zeitpunkt war es sogar noch dunkel genug, um Jupiter und Saturn zu erkennen, welche zurzeit sehr nah beieinander stehen. Jeder durfte diesen Zauber einmal genießen und um 5:20 ging dann schließlich die Sonne auf und die Farben des Lichts wurden sehr warm und weich und verwandelten die nebeligen Felder in ganz andere Fotomotive. Für viele war es das erste Sunrise-Fliegen und es wird hoffentlich nicht das letzte gewesen sein.

 

Nach einem stärkenden Frühstück und einem überraschenden Regenschauer konnte der Flugbetrieb weitergehen. Manche nutzen die späten Morgenstunden auch für ein bisschen Schlaf, wenn es möglich war. Es kamen die „Spätaufsteher“ hinzu und der Tag brachte zum Mittag hin optisch sehr gutes Wetter mit Wolken wie von Hand gemalt. Auch die Thermik war gut, wenn man welche fand.  Es wurde auch ein Streckenflug  von 150km geflogen.

Abends wurden wir von einer Horde Junikäfer überrascht, die überhaupt keine Scheu vor dem Menschen haben. Diese dicken und brummenden Käfer versuchten die ganze Zeit auf einem zu landen und flogen überall gegen. Nachdem diese Plage größtenteils vorüber war, ging um ca. halb elf der letzte Start raus. Um 22:33 landete die DG-505 auf der Hauptbahn 25, nach einem schönen langen und ruhigen Endanflug – das perfekte Finale des Tages. Zu diesem Zeitpunkt haben wir ca. 20 Stunden Flugbetrieb gemacht und über 50 Starts gemacht, trotz einer eher kleineren Mannschaft, was eine reife Leistung darstellt.

Nach Mitternacht verließen die letzten den Flugplatz – was für ein Tag!